Warum ich heute Musik mache

Wie Noris entstand

Noris entstand in einer Zeit, in der sich für mich vieles grundlegend verändert hatte. Eine Krebsdiagnose hat mir sehr deutlich vor Augen geführt, dass Zeit nicht unbegrenzt zur Verfügung steht – und dass es Dinge gibt, die man nicht immer weiter auf später verschieben sollte.

Musik hat mich mein ganzes Leben begleitet. Schon früh hatte ich den Wunsch, eigene Gedanken, Gefühle und Geschichten in Musik zu verwandeln. Aber wie so oft im Leben kamen Arbeit, Verpflichtungen und viele andere Dinge dazwischen. Der Traum blieb – nur die Zeit dafür fehlte.

Irgendwann entstand daraus ein sehr klarer Gedanke:

Wenn ich diesen Traum noch verwirklichen möchte, dann jetzt.

So wurde Noris für mich zu einer Möglichkeit, etwas nachzuholen, das mich eigentlich schon mein ganzes Leben begleitet hat. Nicht als Rückblick auf verpasste Chancen, sondern als bewusste Entscheidung, einen alten Traum endlich Wirklichkeit werden zu lassen.

M(ein) Traum am Röhrenradio

Schon als kleiner Junge saß ich vor unserem Röhrenradio und hatte einen für damalige Zeiten ziemlich unmöglichen Wunsch: Ich wollte einfach die Musik hören können, die ich gerade gerne hören würde – Musik, die vielleicht noch gar nicht existierte.

Dieser Gedanke hat mich nie ganz verlassen.

Viele Jahre später gibt es plötzlich Werkzeuge, mit denen genau das möglich geworden ist. Ich schreibe Texte, habe Vorstellungen von Stimmung, Atmosphäre, Stimmen und musikalischer Entwicklung – manchmal ziemlich konkrete Bilder davon, wie ein Song in meinem Kopf klingen sollte. Künstliche Intelligenz hilft mir dabei, diese Vorstellungen hörbar zu machen.

Dabei möchte ich nichts vortäuschen: In meiner Musik werden keine analogen Instrumente von Musikern eingespielt. KI ist ein wesentlicher Bestandteil des Entstehungsprozesses. Die daraus entstehenden Fassungen bearbeite, arrangiere und produziere ich anschließend mit verschiedenen DAWs weiter, bis sie möglichst nahe an das herankommen, was ich ursprünglich „gehört“ oder gefühlt habe.

Für mich ist KI deshalb vor allem eines: ein Werkzeug, mit dem ich mir einen alten Traum erfüllen kann – meine eigenen Gedanken und Texte in die Musik zu verwandeln, die ich mir dazu vorgestellt habe.

Und vielleicht ist das eigentlich das Spannendste an dieser neuen Technik: Dass plötzlich Menschen Musik erschaffen können, denen früher die finanziellen, technischen oder musikalischen Möglichkeiten gefehlt haben, um das umzusetzen, was längst in ihrem Kopf vorhanden war.

Am Ende ist es aber eigentlich ganz einfach: Wer Musik, bei deren Entstehung KI eingesetzt wurde, grundsätzlich nicht hören möchte, muss sie nicht hören. Und wem sie gefällt, der hört sie eben. Musikgeschmack war schon immer etwas sehr Persönliches.

Entscheidend ist für mich nicht, auf welchem Weg ein Stück entstanden ist, sondern ob es jemanden berührt, etwas auslöst – oder einfach gerne gehört wird.


Why I Make Music Today

How Noris Began

Noris came into being at a time when many things in my life had fundamentally changed. A cancer diagnosis made me very aware that time is not unlimited – and that there are things we should not keep postponing forever.

Music has accompanied me throughout my life. From an early age, I had the desire to turn my own thoughts, feelings and stories into music. But, as so often happens in life, work, responsibilities and many other things got in the way. The dream remained – only the time to pursue it was missing.

At some point, one thought became very clear to me: If I still want to make this dream come true, then now is the time.

Noris became a way for me to finally do something that had actually been part of me all my life. Not as a look back at missed opportunities, but as a conscious decision to turn an old dream into reality.

A Dream of My Own at the Tube Radio

As a little boy, I used to sit in front of our old tube radio with a wish that seemed almost impossible at the time: I simply wanted to be able to hear exactly the kind of music I felt like listening to – music that perhaps did not even exist yet.

That thought never completely left me.

Many years later, there are suddenly tools that make exactly that possible. I write lyrics, I have ideas about mood, atmosphere, voices and musical development – sometimes very clear images of how a song should sound in my head. Artificial intelligence helps me turn those ideas into something that can actually be heard.

I do not want to pretend otherwise: no musicians are playing analogue instruments on my tracks. AI is an essential part of the creative process. The versions that emerge from it are then edited, arranged and produced further in various DAWs until they come as close as possible to what I originally “heard” or felt.

For me, AI is therefore above all one thing: a tool that allows me to fulfil an old dream – to transform my own thoughts and lyrics into the music I imagined for them.

And perhaps that is one of the most fascinating things about this new technology: people can suddenly create music even if, in the past, they did not have the financial, technical or musical means to realise what had already existed in their minds for a long time.

In the end, it is actually quite simple: if someone fundamentally does not want to listen to music created with the help of AI, they do not have to. And if someone enjoys it, they can simply listen to it. Musical taste has always been something deeply personal.

What matters most to me is not the path by which a piece of music was created, but whether it touches someone, evokes something – or is simply something they enjoy listening to.